Mit Flexibilität nach Albanien
Ohne festen Plan unterwegs zu sein ist für uns nicht ungewöhnlich. Ganz im Gegenteil, wir machen das gezielt, um uns treiben zu lassen, auch zufällig Dinge zu entdecken und die besonders schönen Momente auch spontan ausgiebiger zu genießen. Meist trägt uns ein grober Plan mit einer eigenen Google Maps Karte, in der all das vermerkt ist, was wir im Vorfeld so entdeckt haben.
Mit so wenig davon, wie dieses Mal zu Albanien, waren wir bis dato allerdings noch nicht auf Tour. Unser Planungsfortschritt dürfte so etwa 2% betragen. Und diese zwei Prozent beinhalten gerade mal die Tatsache, dass wir überhaupt losfahren und dafür packen sollten.
Vorbei am Vierwaldstättersee und Stop in Flüelen
Nach einem erfolgreichen Packsamstag geht es am frühen Sonntag Morgen los. Wir starten den mittlerweile gewohnten Weg Richtung Schweiz und freuen uns darüber, dass die Jahresvignette aus dem Frühjahr noch gilt. Yippieh. Unser Fähre legt morgen um 17 Uhr in Ancona ab. Es besteht keine Grund zur Eile, wir lassen es gemütlich angehen und stoppen zwei Mal länger am Vierwaldstättersee. An mehreren Stellen fallen uns seitlich der kleinen Uferstraße die geparkten Autos und Leute mit Surf- und Kiteausrüstung auf. Von den kleinen Grünflächen mit Seezugang zieht es die Sportler raus aufs Wasser.
Bei herrlichstem Wetter und einer bereits erwarteten, guten Portion Wind genießen wir im Hafen Garten Flüelen Getränke und die Aussicht auf die zahlreichen Wassersportler. Die Kinder sind mit Wasser und Steinen beschäftigt und beobachten das An- und Ablegen des Ausflugsschiffs.
Nach Fast Food Mittagessen haben wir am Abend Lust auf ein klassisches Vesper. Mit leerem Kühlschrank am Sonntag etwas schwer. Aber wer sagt es denn: Die kleinen Migrolino Shops an Schweizer Tankstellen bieten Einkaufsmöglichkeiten zu fairen Preisen. Wir schreiben zwar keinen Toilettenführer Europas, aber diese hätte einen Eintrag verdient. Ich kann mich nicht entsinnen, mich jemals so willkommen auf einem stillen Örtchen an einer Tankstelle gefühlt zu haben.
Durch den Gotthard kommen wir ungestreift hindurch. Ein interessantes VW T4 Doppelgespann begeistert uns auf der italienischen Autobahn.
Mit Adria Ferries von Ancona nach Durrës
Nach einer ruhigen Übernachtung im vor nicht allzu langer Zeit renovierten Just Hotel Saronno direkt an der Autobahnabfahrt, startet Teil 2 nach Ancona. Wir kommen etwas später als geplant los und haben am heutigen Montag mit deutlich mehr Verkehr und Stau zu tun.
Unterwegs stellen wir zu unserer Überraschung fest, dass der späteste Checkin angeblich drei Stunden vor Abfahrt möglich ist. Passt irgendwie nicht zu unserer Fährerfahrung und so lassen wir uns nicht irritieren, fahren entspannt weiter und tanken noch gemütlich voll. Im Hafen werden wir mit null Wartezeit belohnt. Ticket beim Check-In abgeholt, durch die Passkontrolle (ja wir verlassen die EU) und ab aufs Schiff. Sehr cool!
Italienische Fähren kennen wir ja nun schon. Aber diese scheint sich etwas abzuheben. Uns fällt schon das gepflegte Äußere ohne die typischen Rostspuren auf. Das bestätigt sich auch innen. Natürlich bleibt es ein Schiff aus den Spät-Neunzigern, aber es ist ordentlich. Achtern finden wir im Außenbereich ein paar Highlights: Eine Food Bar mit Burger und Kebap, eine Cocktail Bar und ein Salzwasserpool samt Kinderbecken.
Nach etwas Spielzeit in der Kinderecke, verpflegen wir uns mit einem Kebap wenn es ihn denn schon gibt. Und der schmeckt auch noch gut. Der Sonnenuntergang lässt sich bei gemütlich warmem Fahrtwind auskosten. Für uns geht es zurück in die Kabine, die im Gegensatz zu den üblichen, grellen Neonleuchten sogar indirekte Leuchten bietet.
Guten Morgen sonniges Durrës
Um 9 Uhr sollen wir anlegen. Zeit sich gegen 7 Uhr aus dem Bett und der Kabine zu schälen. Auch das scheint hier gemütlicher zu sein, es klopft kein ungeduldiges Reinigungspersonal halb in der Nacht an der Kabinentür. Draußen herrscht schon perfekts T-Shirt Wetter. Das Ufergelände kann man bereits erahnen, wir passieren vor Anker liegende Schiffe aller Art und laufen pünktlich in den Hafen von Durrës ein.


